Bonusgeflüster – Der Podcast für Bonusmamas in Patchworkfamilien
Bonusgeflüster – der Podcast für Bonusmamas, die sich nicht länger anpassen wollen.
Du fühlst dich wie das fünfte Rad am Wagen – obwohl du alles gibst?
Ich bin Sally Matthes, systemischer Coach und selbst Bonusmama in einer Patchworkfamilie. Ich spreche Klartext, wo andere schweigen: über Unsichtbarkeit, Ex-Partnerinnen, Schuldgefühle und Selbstaufgabe.
Erwarte Geschichten, Impulse und Perspektiven, die dich als Stiefmutter stärken, deinen Platz einnehmen und deinen Weg kraftvoll gestalten lassen – emotional, ehrlich, unbequem.
Du bist nicht die zweite Wahl. Du bist Partnerin. Und es ist Zeit, dass du das auch spürst.
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Bonusgeflüster – Der Podcast für Bonusmamas in Patchworkfamilien
Zusammenziehen in Patchwork: Warum „es wird einfacher“ der gefährlichste Satz ist
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"Es wird einfacher, wenn wir erstmal zusammenleben." Einer der gefährlichsten Sätze als Bonusmama — denn das Zusammenziehen in einer Patchworkfamilie löst keine Probleme. Es legt sie unters Brennglas.
In dieser Folge mache ich den Realitätscheck: Was passiert wirklich, wenn du mit deinem Partner und den Kindern unter ein Dach ziehst? Welche Fragen ihr euch vorher stellen solltet — und warum "es wird schon" niemals eine Strategie ist.
IN DIESER FOLGE ERFÄHRST DU:
- Warum "es wird einfacher" der gefährlichste Satz vorm Zusammenziehen ist
- 7 Fragen, die du dir vorher ehrlich beantworten solltest
- Was sich beim Zusammenziehen wirklich verändert — und was nicht
- Die Bonusmama-Formel: Klarheit als erster Schritt
- Warum ein Plan B kein Zeichen von Schwäche ist
- Die häufigsten Fehler beim Zusammenziehen in Patchwork
DIESE FOLGE IST FÜR DICH, WENN:
- Du gerade überlegst, mit deinem Partner zusammenzuziehen
- Du schon zusammenlebst und merkst, dass Probleme größer statt kleiner werden
- Du dir unsicher bist, ob der Zeitpunkt der richtige ist
👉 Du willst Klarheit, bevor du diesen Schritt gehst? Trag dich auf die Warteliste für mein 1:1 Coaching ein — ab Herbst bin ich wieder persönlich für dich da: stiefundgluecklich.de/coaching
🎬 Diese Folge auf YouTube: youtube.com/@StiefGluecklich
Mehr zum Thema: Zusammenziehen in Patchwork — Was du vorher wissen musst
Beantworte mal diese Frage ganz, ganz ehrlich, nur in deinem Kopf und nur für dich. Wenn du dir vorstellst, mit deinem Partner und den Kindern, seinen Kindern, euren gemeinsamen Kindern, vielleicht auch mit deinen Kindern, unter einem Dach zu leben. Was ist denn das allererste Gefühl, was da hochkommt? Is it Vorfreude? Is it vielleicht auch so ein flaues Gefühl im Magen, so oh Gott, wie das wohl wäre? Wenn da auch nur so ein Hauch von ungutes Gefühl, ich bin mir noch nicht sicher. Wenn nur ein Hauch von diesem Gefühl da ist, dann ist diese Folge heute für dich. Denn heute sprechen wir darüber, wann der richtige Zeitpunkt zum Zusammenziehen ist und wann auch nicht. Herzlich willkommen bei Bonusgeflüstet, einem Podcast für mehr Klarheit, Leichtigkeit und Verbindung in deiner Patchwork-Familie. Ich bin Sally, Podcasterin, Erziehungswissenschaftlerin, systemischer Coach und selbst Bonusmama. Und wir sprechen eben heute mal über das Zusammenziehen. Denn das Zusammenziehen ist ja oft so der Moment, aus dem, hey, wir sind ein Paar, ein wir sind eine Familie wird oder zumindest werden soll. Und genau da sind wir eben auch schon so ein bisschen am Kern angekommen. Da ist nämlich genau die Herausforderung. Weil die Erwartungen an diesen großen gemeinsamen Schritt oft komplett an der Realität vorbeigehen. Und am Ende der Folge zeige ich dir, was deine nächsten Schritte sind, wie du mit mir zusammenarbeiten kannst und wie du herausfinden kannst, ob du auch dazu bereit bist. Aber jetzt lass uns erstmal so einen kurzen Realitäts-Check einleiten. Die meisten Buddhismas, die zu mir kommen und über das Thema Zusammenziehen sprechen, die sagen: Na, wenn wir erstmal zusammenleben, dann wird ja vieles einfacher. Und in meinen Augen ist es einer der gefährlichsten Sätze vorm Zusammenziehen, weil der einfach in den seltensten Fällen stimmt. Was einfacher wird durch das Zusammenziehen, sind gewisse organisatorische Aspekte. Gar keine Frage. Man muss nicht mehr für zwei Haushalte einkaufen, man muss nicht mehr in zwei Haushalten putzen, man muss nicht mehr hin und her fahren. Das wird einfacher, gar keine Frage. Und gleichzeitig löst das Zusammenziehen keine Probleme. Sondern ich würde sogar sagen, das legt die so ein bisschen drunter, wie unter so einem Brennglas. Also jeder ungelöste Konflikt, jede ungeklärte Rolle, jede unausgesprochene Erwartung, das wird alles noch größer, das wird noch lauter, wenn ihr unter einem Dach lebt. Nicht unbedingt leiser und nicht unbedingt so, dass es sofort verschwindet. Was meine ich genau damit? Also wenn es jetzt schon Herausforderungen mit der Umgangsregelung gibt, mit spontanen Planänderungen, mit einer Ex, die ständig gefühlt präsent ist, mit der Frage, wer ist dafür zuständig, den Müll rauszubringen und wer auch nicht. Wer ist für die Erziehung zuständig? Wie kannst du dich einbringen? Also wenn das alles schon solche Fragen sind, die jetzt schon da sind, dann werden die mit dem Zusammenziehen nicht verschwinden. Nur weil du seine Zahnbürste neben deine stellst. Sondern diese Fragen werden noch viel präsenter und vielleicht sogar explodieren. Oft werde ich gefragt, Suselli, was ist denn der richtige Zeitpunkt, um zusammenzuziehen? Und ganz ehrlich, den gibt es nicht. Es gibt keinen perfekten Zeitpunkt. Und das sage ich dir auch ganz, ganz klar und vorneweg. Es kommt ja auch ein bisschen auf das Modell drauf an. Also mein Partner ist ja sofort bei mir eingezogen. Und die ersten anderthalb Jahre hatten wir die Kinder überhaupt nicht in Deutschland. Es lag damals daran, weil eben Covid war, aber auch, weil wir den Platz gar nicht hatten. Also wir haben dann Familie in Frankreich besucht und hatten da die Kinder mit. Also die waren erstmal die ersten anderthalb Jahre überhaupt kein Bestandteil von unserem Alltag. Also das war unsere Herausforderung, das waren unsere Gegebenheiten, unsere Rahmenbedingungen. Das ist ja auch bei jeder Patchwork-Familie unterschiedlich, ob die Kinder jetzt vielleicht 50 Prozent beim Papa sind, vielleicht sogar 75 Prozent, vielleicht sogar 100 Prozent oder vielleicht eben weniger. Also es gibt diesen perfekten Zeitpunkt nicht. Aber es gibt definitiv Zeitpunkte, die äußerst gut geeignet sind. Und die gucken wir uns jetzt mal an. Aus meiner Erfahrung heraus ist es zu früh zusammenzuziehen, wenn die Kinder den neuen Partner, die neue Partnerin, erst seit wenigen Wochen kennen. Warum? Weil die Bindung noch nicht aufgebaut ist. Weil ihr sonst recht schnell mit Erziehungsfragen konfrontiert werden würdet, die aber noch gar nicht an der Reihe sind. Und darüber habe ich schon mal eine Folge gemacht. Da ging es genau um diese Connection over correction. Wenn du also da gerade merkst, oh, damit struggle ich noch, dann hört ihr auch gern diese Folge nochmal an. Zu früh ist es auch, wenn ihr noch nie so einen richtigen Konflikt zusammen durchgestanden habt, mal so eine richtig heftige Phase, wo ihr auch mal aneinander reibt und da Kompromisse gefunden werden müssen. Denn das wird beim Zusammenziehen passieren. Zu früh ist es in meinen Augen auch, wenn du das Gefühl hast, naja, die Kinder werden sich schon dran gewöhnen. Warum? Weil die Kinder da vielleicht einfach sich noch gar nicht sicher fühlen, sich nicht sicher mit dir, sich nicht sicher mit der neuen Umgebung, sich nicht sicher mit der neuen Konstellation. Und auch hier dürfen wir den Kindern ein bisschen Zeit geben. Und da sind wir wieder bei dem Thema, wenn die eine gute Bindung zu dir aufgebaut haben, wenn ihr schon Rituale entwickelt habt, wenn auch du tolle Momente alleine mit den Kindern hast, dann haben die Kinder sich an euch gewöhnt, an dich gewöhnt, an eure Konstellation. Und andersrum. Das macht euch das Zusammenziehen einfacher. Und zu früh ist es in meinen Augen auch, wenn ihr nur zusammenzieht, weil es eben praktischer oder vielleicht auch günstiger ist. Aber einer von euch immer noch so ein Gefühl hat von wegen, ist das wirklich die richtige Entscheidung? Wenn da noch so ein Zweifel da ist, dann macht das noch nicht. Lasst euch noch ein bisschen Zeit. Ihr habt ja keinen Zeitdruck. Ich glaube auch, dass es so einen Zeitpunkt gibt, der fast schon zu spät ist. Also wenn ihr seit Jahren getrennt wohnt und einer von euch das auch so als Schutzwahl nutzt, um vielleicht nie wirklich all in zu gehen. Was meine ich damit? Das Zusammenziehen ist ja schon nochmal ein ganz großes Commitment. Das zeigt ja, ich setze alles auf eine Karte. Denn wenn das mit uns nicht funktioniert, dann stehe ich erst einmal ohne Wohnung da. Also das ist ja ein großer Schritt. Und manchmal gibt es ja etwas, wo man sagt, ich will diesen Schritt noch nicht gehen. Und das kann eben vielleicht auch irgendwann mal zu spät werden. Weil man dann eben sagt, mir fehlt das Commitment. Ich hätte es schon viel eher gebraucht. Und dann sprechen wir nicht mehr von Vorsicht, einem vorsichtigen Verhalten, sondern wir sprechen von einem vermeidenden Verhalten. Und das ist nochmal ein ganz anderes Thema. Ich habe sieben Fragen vorbereitet, die ich dir gern mitgeben möchte, die ich glaube, die sinnvoll sind, dass man die sich vorher mal stellt. Und alle sind wichtig und keine ist so richtig easy zu beantworten. Also nimm dir wirklich gern Zeit und beantwortet die Fragen in Ruhe für dich. Die erste Frage ist: Habt ihr denn geklärt, wie ihr als Team funktioniert, wenn es hart wird? Nicht, wenn alles gut läuft, sondern wenn das Kind einen Wutanfall hat, wenn die Ex um 22 Uhr anruft, wenn du am Limit bist, wie geht ihr damit um? Unterstützt ihr euch? Macht ihr euch Vorwürfe? Wer übernimmt das Ruder? Wie funktioniert ihr als Team in Situationen, die herausfordernd sind? Die zweite Frage ist, ob dein Partner weiß, was du brauchst, ob er es ernst nimmt und auch darauf eingeht. Nicht, ob er es theoretisch versteht, dass du mal eine Pause brauchst, dass dir das manchmal zu viel ist, sondern ob er auch danach handelt, ob er deine Grenzen respektiert, ob er zum Beispiel bei seiner Familie für dich einsteht. Warum das so wichtig ist, ganz einfach. Im Zusammenleben habt ihr nicht mehr die Möglichkeit, dass einer sagt, ich schlafe heute mal woanders. Ich gehe wieder zurück in meine Wohnung. Das habt ihr dann einfach nicht mehr. Und da muss einfach klar sein, was sind Bedürfnisse, wie kommunizieren wir darüber, wie gehen wir damit um. Das muss klar sein. Die dritte Frage, die du dir vorab stellen solltest, ist, haben die Kinder wirklich eine gute Beziehung zu dir, eine echte Beziehung zu dir? Oder ist das oberflächlich? Also wenn die Kinder dich mögen, weil mit dir bestellt man Pizza und die dürfen am iPad rumdaddeln, dann ist das keine Beziehung. Sondern Beziehung heißt eben auch, dich zu kennen, auch wenn es mal unbequem ist, auch wenn du eben mal sagst, stopp, bis hierhin und nicht weiter. Kennen die Kinder dich so? Oder ist das noch oberflächlich? Damit einher geht auch die Frage, welche Aufgaben übernimmst du? Wofür wirst du zuständig sein? Holst du die Kinder vom Kindergarten ab? Bist du für die Essenszubereitung zuständig? Spielst du mit den Kindern? Wärst für Hausaufgaben zuständig? All diese Dinge. Was machst du, wenn dein Partner länger auf Arbeit ist und die Kinder sind schon da? All diese Dinge sollten vorher besprochen werden, um eben auch sicherzustellen, dass die Kinder eine vertrauensvolle Beziehung zu dir haben und ihr eben auch im Zusammenleben auch alleine funktionieren könnt. Die nächste Frage, die ganz, ganz elementar ist, ist die Frage nach einem eigenen Rückzugsort. Also wird es einen Raum geben, der nur dir gehört? Und das muss nicht unbedingt ein Zimmer sein. Aber zumindest eine Ecke, irgendetwas, was dein Rückzugsort ist. Denn oft ist der Plan ja so, okay, wir teilen uns einfach alles. Das funktioniert aus meiner Erfahrung heraus nicht. Es braucht einen Rückzugsraum. Du wirst irgendwann einen Ort brauchen, wo du sagen kannst, hier bin ich jetzt keine Bonusmama, hier bin ich jetzt nur für mich und hier fühle ich mich wohl. Frage Nummer fünf, die ihr vorab beantworten solltet, ist die Finanzierungsfrage. Habt ihr über Geld gesprochen? Wer zahlt denn was? Wenn sein Kind den neuen Tisch kaputt macht, was, wenn die Ex plötzlich mehr Unterhalt will? Wer bezahlt welchen Anteil der Miete, der Ernährung, der Lebensmittel, Ausflüge für die Kinder? Geld ist der häufigste unausgesprochene Konflikt in Patchwork-Familien. Und sobald ihr eben zusammenzieht, dann gibt es kein Deins und Meins mehr. Das ist dann nicht mehr ganz so einfach. Dann kann ich nicht sagen, die drei Kartoffeln bezahle ich, das sind meine. Und die fünf Kartoffeln bezahlst du für dich und deine Kinder. Das geht dann einfach nicht mehr. Also da braucht es nochmal eine separate Unterhaltung über Finanzen. Frage Nummer sechs, die du dir vorab stellen solltest, ist: Was ist dein Plan B, wenn es nicht funktioniert? Nicht, weil du pessimistisch sein sollst, sondern weil, ich kann ja nicht mehr weg. Einfach der schlechteste Grund ist, in einer Situation zu bleiben, die dich kaputt macht. Was passiert, wenn es nicht funktioniert? Ich finde, das ist eine Frage, die man sich generell stellen sollte vorm Zusammenziehen, ob mit oder ohne Kinder. Wir haben damals zum Beispiel uns doch diese Frage immer wieder ganz bewusst gestellt, zum Beispiel beim gemeinsamen Möbelkauf und eben gesagt, okay, ich bezahle den Fernseher, ich bezahle die Couch. Im Falle in der Trennung hätten wir ganz klar sagen können, Couch ist meine, Fernseher ist meine. War uns wichtig, damit das finanziell geregelt ist, damit wir auch da ohne relativ schnell Verpflichtungen wieder rauskommen. Mein Partner ist damals zu mir nach Deutschland gezogen. Das hieß, wir haben auch alles so organisiert, dass sollten wir uns trennen, ich die Miete allein tragen kann, damit ich da alleine drin wohnen kann und er zurück nach Frankreich geht oder wohin auch immer, aber dass er da relativ schnell ungebunden ist. Aber das waren Pläne, die wir tatsächlich gemacht haben, damit wir auch da klar waren, wie es laufen würde. Frage Nummer sieben bezieht sich auf den Wohnort. Also ziehst du zu ihm, zieht er und die Kinder zu dir, zieh dir in eine gemeinsame neue Wohnung. Wenn du in seine Wohnung ziehst, dann ziehst du halt auch in seine Welt. Und die Kinder haben ihre Zimmer, die haben ihre Routinen, ihren Platz. Und das ist für Kinder sehr, sehr vorteilhaft. Und gleichzeitig kommt da manchmal das Gefühl von wegen, ich bin der Gast. Ich bin dazugekommen. In vielen Fällen ist es manchmal eben teurer und aufwendiger, auch einen neuen gemeinsamen Ort zu finden. Und gleichzeitig kommt es eben so ein bisschen zu dem Gefühl von, das ist unser Zuhause, ohne dass wir hier so viel umgestalten müssen. Also überlegt euch diese Frage einfach vorab und wegt das gut ab. Und solltest du nur so einen Hauch von ungutem Gefühl dabei haben, weil du weißt, die Ex hat da vorher schon gewohnt, dann solltet ihr darüber vorab sprechen. Und wenn du jetzt so bei einigen Fragen schon gemerkt hast, boah, das haben wir noch gar nicht geklärt, dann weißt du ja jetzt, wo du anfangen kannst. Und wenn du eben jemanden brauchst, der dir hilft, diese Fragen wirklich durchzuarbeiten, dann setz dich jetzt auf die Warteliste für mein 1 zu 1-Coaching. Sobald ich wieder Plätze frei habe, melde ich mich persönlich bei dir und dann können wir auch an deinem individuellen Thema gemeinsam arbeiten. Was ändert sich denn jetzt so genau, wenn man zusammenzieht und wenn du vielleicht da auch einziehst? Ich nenne das ganz gern so die vier Schocks, weil irgendwann kommen die tatsächlich immer. Und fast keine Bonus-Mama rechnet damit. Schock Nummer eins für viele ist, du bist nie allein. Ich weiß, das klingt logisch, aber in der Realität fühlt sich das häufig anders an. Also du hast keinen Rückzugsort mehr, an dem du sagst, hier bin ich jetzt mal ein Tag nur für mich. Gesichtsmaske, Bridgerton und ein Glas Rosé, das gibt es dann nur noch sehr, sehr abgespeckt. Weil du eben nicht mehr sagen kannst, ich fahre jetzt nach Hause. Sondern du bist dann eben zu Hause. Und in diesem Zuge ist vielleicht auch noch das Chaos der Kinder zu spüren. Da ist vielleicht auch noch ein Fernseher, der zu laut läuft. Da sind auf einmal umgestellte Sachen, Kinder, die deine Sachen auf einmal mitbenutzen, Kinder, die um sechs Uhr aufstehen müssen, die dann auch am Wochenende um sechs Uhr aufstehen, an jedem Wochenende um 6 Uhr aufstehen. Also das ist eine Herausforderung, an die man sich auch erst einmal gewöhnen darf. Schock 2, den viele erleben, das ist so ein bisschen, wenn die Routinen aufeinanderprallen. Und ihr habt das wahrscheinlich schon gemerkt im Alltag. Der eine räumt die Spürmaschine von links nach rechts ein, der andere von rechts nach links. Die Kids räumen sie gar nicht ein. Ich weiß, das klingt lächerlich, aber nach drei Wochen wird sowas zum Streitthema. Wer wo das Nase-Handtuch liegen lässt, wer wann die Spielzeuge aufräumt, das sind solche Sachen. Da geht es überhaupt nicht um das Nase-Handtuch, sondern es geht eben auch darum, wessen Regeln gelten. Und das ist oftmals ein Moment der Realität, wenn diese unterschiedlichen Routinen aufeinanderprallen. Schock Nummer drei, die Ex ist plötzlich überall. Also, wenn ihr getrennt voneinander lebt, dann bekommst du das gar nicht immer so oft mit. Jetzt ist sie aber in Anrufen ständig präsent. Vielleicht haben die Kinder auch noch was von ihr mitgebracht, das liegt dann zu Hause rum. Vielleicht gibt es auch im ehemaligen gemeinsamen Zuhause noch Fotos. Vielleicht hat auch sie damals die Couch rausgesucht. Also so der Einfluss, den du einfach noch spürst. In dieser Wohnung, die vielleicht auch mal ihre war. Und auf einmal ist die Ex noch viel präsenter, als sie vorher schon war. Und Schock Nummer vier ist, dein Partner wird andere Seiten erkenntlich zeigen. Du auch, gar keine Frage. Also er ist ja an sich kein anderer Mensch, aber du wirst ihn anders erleben. Du wirst ihn erleben, wie er ist, wenn er von der Arbeit kommt und erst mal gestresst ist, noch keinen Spurt gemacht hat. Der vielleicht auch mal leicht hektisch wird, kurz bevor die Kinder kommen. Der angespannt ist, bevor er wieder die Ex sieht. Also du wirst Seiten an ihm sehen, die du vorher noch nicht gekannt hast. Und das ist nicht schlimm. Aber mir ist es wichtig, dass ich dir das sage, dass du darauf vorbereitet bist. Du wirst deinen Partner in anderen Situationen, in anderen Rollen sehen. Und gleichzeitig gibt es eben auch die andere Seite. Zusammenziehen kann auch das Beste sein, was euch passiert, wenn ihr vorbereitet seid. Also wenn die Kinder morgens zu euch ins Bett krabbeln, nicht weil sie müssen, sondern weil sie das wollen und weil ihr das auch wollt. Wenn ihr gemeinsam kocht und sich das nach zu Hause anfühlt, so nach, hey, das sind wir. Oder wenn du nach einem langen Tag in der Arbeit nach Hause kommst und denkst, boah, jetzt kann ich mich fallen lassen, hier werde ich aufgefangen, hier gehöre ich hin. Dieses Gefühl, das gibt es. Und gleichzeitig kommt das nicht automatisch. Das kommt, wenn du eben die Arbeit vorher schon machst, wenn ihr euch darüber unterhaltet. Und um diese Entscheidung, ziehen wir jetzt zusammen oder nicht, richtig treffen zu können, empfehle ich dir meine Bundesmama-Formel. Das sind drei Schritte. Also im ersten Schritt bekommst du die Klarheit, also was will ich eigentlich wirklich? Bin ich bereit? Will ich das vielleicht nur, weil es sich richtig anfühlen sollte, weil das vielleicht auch erwartet wird als nächsten Schritt? Im zweiten Schritt geht es dann um die Veränderung. Also was muss denn vorher noch passieren, damit es funktionieren kann oder auch Bein zusammenziehen passieren? Und der dritte Schritt ist die Kommunikation. Also wie spreche ich mit meinem Partner darüber, ohne ihm Druck zu machen, ohne ein Ultimatum auszusprechen, ohne die Verbindung zu verlieren. Und wir gucken uns jetzt mal Schritt 1 an, nämlich die Klarheit. Also nimm dir dafür gern 20 Minuten Zeit, ganz alleine, wirklich, auch ohne Partner, ohne Kinder, ohne irgendwelche Ablenkungen. Und dann beantworte doch gern mal diese Fragen. Nicht im Kopf, sondern nimm dir wirklich auch Zeit, schreib die dir mal auf. Dann wird es meist noch intensiver. Frag dich gerne mal in der ersten Runde so, was treibt mich denn an? Also, wieso will ich denn zusammenziehen? Was ist mein Beweggrund dahinter? Weil du ihn liebst. Okay, aber was noch? Was erhoffst du dir davon? Wovor hast du vielleicht auch Angst? Was befürchtest du? Und stell dir auch ganz ehrlich die Frage, möchtest du zusammenziehen, weil du das wirklich willst, oder weil du das Gefühl hast, ich muss? Wenn du diese Fragen für dich beantwortet hast, geht es in die Runde 2, dem Härtetest sozusagen. Und da geht es dann wirklich um solche Fragen wie, wenn ich mir vorstelle, nach einem Jahr getrennt zu wohnen, wie geht es mir denn damit? Oder wenn ich mir vorstelle, morgen bei ihm einzuziehen oder mit ihm zusammenzuziehen, was fühle ich da? Und welches der beiden Szenarien macht mir mehr Angst? Und Runde 3 ist dann so ein bisschen der Deal Breaker. Also überlege dir auch gern, was müsste denn passieren, damit du sagst, nein, ich ziehe nicht ein? Was sind deine nicht verhandelbaren Bedürfnisse? Also welche Rahmenbedingungen müssen auch erfüllt sein, damit du sagst, zusammenziehen ist ein hundertprozentiges Yes von mir. Und kennst du diese Bedürfnisse und Rahmenbedingungen? Oder versteckst du dich vielleicht ein bisschen hinter so einem, ich bin flexibel? Und das ist Schritt eins und das ist auch echt so ein bisschen der wichtigste Schritt, weil ohne Klarheit eben du blind um- oder einziehst. Und blind einzuziehen in eine Patchwork-Situation, das ist wie Nachts oder Licht auf der Autobahn. Du weißt nicht, wohin. Weißt nicht, was da passieren kann. Was du jetzt noch nicht weißt, sind zum Beispiel die konkreten Vereinbarungen, die ihr vorher treffen müsst. Also Haushaltsregeln, Erziehungsgrenzen, Finanzen, Rückzugsräume. Ich weiß, das sind keine romantischen Gespräche, Hand aufs Herz, will niemand führen. Aber die sind unglaublich wichtig, damit es Zusammenziehen funktionieren kann. Und dafür ist Schritt 3 notwendig, die Kommunikation. Wie du mit deinem Partner über die Ängste sprichst, ohne dass er das als Ich will nicht interpretiert. Und wie ihr das gemeinsam als Team entscheidet, nicht als etwas, wo einer tränkt und der andere nachgibt. Und Zusammenziehen ist echt eine der größten Entscheidungen in Patchwork-Familien. Weil ganz ehrlich, du willst das ja nicht rückgängig machen. Und wenn du dabei Unterstützung brauchst, diese Klarheit zu finden, dann ist mein 1:1-Coaching genau dafür da. Die Warteliste dafür ist offen. Trag dich ein. Den Link findest du in den Shownotes und dann melde ich mich persönlich bei dir, sobald ich wieder Kapazitäten habe. Und normalerweise mache ich ja im Podcast hier einfach dann so eine Fehlerliste, was passiert, ne? Was sind die häufigsten Fehler, die passieren? Ich habe dir heute mal so einen Schnelltest mitgebracht. Einfach sieben Fragen, die du ganz einfach hier und jetzt mit Ja oder Nein beantworten kannst? Zähl einfach mal mit. Erstens, haben wir mindestens einen echten Streit zusammen durchgestanden, Kompromisse gefunden und danach auch wieder zueinander gefunden? Ja oder nein? Zweitens, kennen die Kinder mich seit mindestens sechs Monaten? Und kennen die mich wirklich? Ja oder nein? Drittens, habe ich mindestens einmal Zeit alleine mit den Kindern verbracht? Ja oder nein? Viertens, weiß ich, wie mein Partner unter Stress reagiert und kann damit umgehen? Ja oder nein? Fünftens, haben wir über Geld gesprochen? Ganz konkret und mit Zahlen? Ja oder nein? Sechstens, gibt es einen Plan, wenn es nicht klappt? Ja oder nein? Und siebtens, will ich das? Oder will ich es, weil er es will oder weil es erwartet wird? Will ich das? Ja oder nein? Wenn du jetzt merkst, so hey, fünf bis siebenmal habe ich jetzt auf die Schnelle mit Ja geantwortet, dann habt ihr eine gute Basis. Wenn das eher an so drei- bis viermal Ja geht, dann klärt mal noch die offenen Punkte. Das müsst ihr euch überhaupt keinen Stress machen, aber ihr solltet auch nicht einfach darüber hinweggehen. Und null bis zweimal Ja würde ich euch ans Herz legen, noch ein bisschen zu warten. Nicht, weil eure Liebe nicht reicht, sondern weil Liebe allein eben kein Dach über dem Kopf ist. Beschäftigt euch mit diesen Punkten vorab. Klärt die. Denn Zusammenziehen aus Liebe, das ist romantisch, aber nachhaltig wird es eben, wenn man aus Klarheit zusammenzieht. Und du verdienst beides. Und wenn du jetzt nach dieser Folge denkst, boah, jetzt muss ich mir erstmal klar darüber werden, bevor ich diesen Schritt gehe, dann ist das kein Zeichen von Schwäche, sondern das ist Reife. Das ist erwachsenes Handeln. Ich gehe bewusst mit meinen Entscheidungen um. Und wenn du dabei Unterstützung willst, wenn du dir jemanden wünschst, der mit dir diese Fragen durchgeht, der deine blinden Flecken sieht, der dir hilft, die richtige Entscheidung zu treffen, dann trag dich auf die Warteliste ein. Ab Herbst bin ich wieder für dich da, persönlich, ganz individuell. Den Link findest du in den Shownotes. Und die richtige Entscheidung ist nicht die schnellste, sondern das ist eine klare und bewusste Entscheidung. Und ich freue mich auf dich in der nächsten Folge. Bis dahin, bleib klar, bleib bei dir und vor allem bleib stief und glücklich.